Auf den Spuren des hl. Franz von Assisi, „Mein Franciscusweg“ im Okt/Nov. 2017

Abseits des Touristenstroms führt der Franciscusweg durch die schönsten Landschaften Italiens.

 

Im Jahre 1209 war Franz von Assisi nach Rom gepilgert, um sich beim Papst die Legitimation für seine sehr bescheidene, naturnahe, selbstlose, barmherzige Lebensweise zu holen.

Der heilige Franz von Assisi hat in ganz Mittelitalien seine Spuren hinterlassen. Die meisten seiner Wirkungsstätten liegen in der malerisch, schönen Landschaft der Toskana und Umbriens

  • Bürgerlicher Name: Franciscus Assisiensis, geboren als Giovanni Battista
  • Lebensdaten: 1181 bis 3. Oktober 1226
  • Zitat: „Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers – unsere Brüder.“

Franz von Assisi war der Gründer des Ordens der Franziskaner und wird als Heiliger verehrt.

Der Franciscusweg verbindet die Orte , an denen Franz von Assisi gelebt und gewirkt hat.

                                                            Franz von Assisi

Auf dem Franciscusweg soll es noch rel. beschaulich zugehen. Jedoch sagen Pilgerexperten voraus, daß sich die Anzahl der Pilger in den nächsten Jahren kontinuierlich steigern werde.

Eben darum ist dieser Weg für viele auch ein Geheimtipp. Ich will Ihn jetzt gehen, noch bevor dort die Verhältnisse so sein werden, wie auf dem Camino France nach Santiago de Compostela. Kenner wissen was ich meine.

Voller Freude, Neugier und auch Demut werde ich am 14‘ten Okt. 2017 nach Florenz fliegen und mich auf meinen 6‘ten Pilgerweg den „Franciscusweg“ begeben.

 

Nachruf an meine liebe verstorbene Frau Marianne

verstorben am 17.3.2016

 

 

Der Herr unser Vater hat Dich viel zu früh heimgeholt. Marianne mein Schatz, ich widme Dir auch diesen Pilgerweg, Ich vermisse Dich so sehr. Du bist für immer in meinem Herzen und darum auch in jedem Augenblick bei mir.

 

Liebe Pilgerfreunde, liebe Besucher meiner IT-Site.

Ich freue mich, daß Ihr, indem Ihr meinen Blog besucht, mich auch dieses Mal wieder auf meinem Weg begleitet.

Danke

Der Tag der Abreise ist gekommen. Obwohl ich nun schon meinen 6’ten Pilgerweg  antrete, die Unruhe, und Faszination ist mir ganz sicher anzumerken.

In aller Frühe ging es los, 4 Uhr aufstehen, meine liebe Schwägern Elisabeth brachte mich zum Flughafen nach Zürich. Abflug planmäßig 7:55 Uhr, voraussichtliche Flugzeit 55 Min. Schon im Landeanflug meldet der Flugkapitän Probleme. Wegen zu dichtem Nebel entschließt man sich eine Warteschleife zu fliegen. Leider keine Aussicht auf Besserung, Plötzlich die Durchsage,  wir fliegen nach Mailland weiter  und landen dort. Zwischenzeitlich hat man bereits Busse organisiert, um die die Fluggäste nach Florenz bringen. Dumm nur, daß Florenz 320 km von Mailand entfernt ist und somit eine Fahrzeit von über 4 h  vor uns lag. Leider hatten wir einen sehr betagten, klapprigen Bus erwischt, dessen Verglasung schon etwas trüb war, außerdem war die Heizung offenbar nicht zu regulieren. Es war eine unerträgliche Hitze in dem Bus.                                   

Gegen 15:00 erreichen  wir den Flughafen  von Florenz, mit dem Linienbus geht es in die Innenstadt und weiter zum Hostel

http://www.7santi.com/

Günstig und gut, kein übertriebener Luxus , Preis Zimmer € 35 EZ /Dusche, das ist OK.

15.10.2017 Ein Besichtigungstag in Florenz

Etwas anders habe ich mir das schon vorgestellt, Die Innenstadt, die Bereiche mit den bekanntesten Sehenswürdigkeit ( Kathedrale, Uffizien, Piaza dela Signora ect.) voll mit Touristen, lange Schlangen, Wartezeiten 2 -3 h. Wer tut sich das an?

Kurzer Kommentar , ich war zwar überall, aber an die wirklichen Sehenwürdigkeiten bin ich nicht rangekommen.

https://de.wikivoyage.org/wiki/Nordtoskana

Die angefertigten Bilder werde ich noch hochladen.

16.10.2017 Auf Anraten mehrerer Insider lasse ich die erste 2 Etappen und fahre mit dem bus nach Stia.  Dort beginne ich meinen Franziskusweg.

1’te Etappe Stia – Lonnano – Casalino – Valagnesia, das Wetter, blauer Himmel, heiß ca 26 °

Start ca 11:00 Uhr, da ich mit meinem Guide (Outdoor Franziskusweg) nicht ganz klar komme, frage ich sicherheitshalber einen Herrn Hochwürden (Pfarrer). Der schickt mich gleich mal in die Pampas. Es kommen Zweifel, daß das der richtige Weg ist, schließlich frage noch einen Briefträger. Dann  gebe ich auf und versuche es auf eigene Faust. Getreu dem Motto „hilf dir selbst dann hilft dir  Gott“. Ich verlaufe mich zwar nochmals, bin dann aber irgenwann auf dem rechtigen Weg.

Der Weg ist gnadenlos, die Hitze und stundenlang bergauflaufen, das zieht mir die letzten Kraftreserven aus den Knochen. Etwa um 15:00 Uhr komme ich in Casalino an. Hier befindet sich das Stammhaus der Franziskanerinnen. Ich leute und bitte um Wasser und einen Stempel für meinen Pilgerpaß. Die freudlichen Schwestern erfüllen mir diese Bitte. Sie bieten mir auch eine Möglichkeit zum Übernachten an, aber ich wollte noch weiter laufen.

Zwischenzeitlich hatte ich auch den riesigen Nationalpark „Casentino“ erreicht. Dieser Nationalpark ist 32 200 ha groß. Es gibt hier Wildschweine, Hirsche und andere wild lebende Tiere.

Etwa um 18:00 erreiche ich das Refugio „Asqua“, das einsam und verlassen eben in diesem Nationalpark liegt. Da ich ziemlich fertig war, entschloß ich mich hier, weit ab jeglicher Zivilisation zu übernachten. Nichts besonderes, Hauptsache ein Dach über dem Kopf.

  • Jetzt wird es unwegsam
  • Intersantes Baumgebilde
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  • Noch alles normal
  • Die Kleinstadt Stia
  • Franziskanerinnen Kloster in Casalino
  • Wasser, das Lebenselexir!

17.10.2017 2’te Etappe, Asqua – Casalino – Prataglia.

Start in einen wunderschönen Morgen, keine Wolke am Himmel, angenehme Temperaturen. Mein Weg an diesem Morgen verläuft sehr angenehm. Vor Camaldoli fallen mir größere Kastanienwälder auf. Viele Familien sind unterwegs und sammeln Kastanien ein.

Ich besuche noch kurz das  Kloster in Camaldoli und lasse mir einen Stempel für den Pilgerpaß geben. Gott sei Dank wusste ich noch nicht, welch ein harter Weg mir am Nachmittag noch bevor stand. Meine Wegbeschreibung lautete, „knackiger Anstieg“. Nach einer Weile auf diesem Teilabschnitt des Weges denke ich mir, das ist aber eine ziemliche verharmlosende Formulierung. Ich robbe fast auf allen Vieren den Berg hinauf, da schreib dieser „Outdoot – Fuzzy“ knackiger Aufstieg“.

Seis drum, ich schaffe das. Um 14:00 komme ich in dem Stätdchen Prataglia an. Hungrig, durstig und ziemlich ausgelaugt laufe ich direkt in der  Bar Viktoria  und bestelle ich mir erstmal  mal ein Bier und etwas zu Essen. Da diese Bar auch Betten für Pilger anbot, habe ich, ohne lange suchen. davon Gebrauch gemacht. Ja, das Zimmer war schon arg laut,  es lag an einer Durchgangssstrasse. In einer Apotheke habe mir noch Ohropaxx geholt, um überhaupt schlafen zu können.

Ach ja, auf meinem bisherigen Pilgerweg ist mir noch kein einziger Pilger begegnet. Ob das wohl so bleibt?

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  • Kloster Sacro Eremo
  • Der Ort Camaldoli
  • Hmm leckere Maroni
  • Steiler Aufstieg
  • Zielort, das Dorf Badia Prataglia
  • Beeindruckende Kastanienwälder

18.10.2017 3’te Etappe, Prataglia – La Verna – Chiusi La Verna

Habe in der Bar Viktoria noch das Frühstück eingenommen, die Besitzerin hat mir freundlicher Weise ein Lunchpaket mitgegeben. Fand ich sehr nett. Vitamine braucht der Pilger, also habe ich mir noch etwas Obst gekauft. Startklar, mal sehen was mich heute so erwartet. Schon gut, daß man es nicht vorher weiß, ich kann nur sagen, es war einfach nur die Hölle, So einen brutalen Anstieg habe ich noch nie erlebt. Der Weg, nicht nur unglaublich steil, dazu auch noch von Unwettern ausgewaschen und mit losem Geröll überdeckt. 20 – 30 m laufen, dann wieder tief durchatmen und den Puls herunterfahren. Das wiederholte sich X Mal. Man schafft kaum Höhe und km, dennoch fix und fertig.

Um die Mittagszeit erreiche ich den Ort Rimboccio, hier lege ich eine Pause ein, um wieder zu Kräften zu kommen.  Der 2’te Teil des Weges nach La Verna ist nicht weniger anstrengend. Faszination pur, als ich die Eichen-Buchenwälder um La Verna erreiche. Das hat schon etwas sehr mystisches, zauberhaftes an sich, wenn man diese Wälder durchläuft. Ich denke mir, was bin ich doch für ein besonders privilegierter Mensch, das erleben zu dürfen. Als hätte unser Schöpfer mit großzügiger Hand, riesige Felsengebilde in den Wald geworfen. Die Größe und die Form der Felsen faszinieren mich. Plötzlich stehe ich linker Hand, vor einer riesigen Felswand, auf deren Spitze sich die Klostermauer hervorhebt. Ich war am Fuße des Klosters La Verna am unteren Tor  angekommen. Ich steige ich über die Klostermauer und laufe hinauf in den Klostervorhof (Franziskaner Kloster). Eine Andacht wird gerade zelebriert und über Lautsprecher übertragen. Mönche und Gläubige ziehen zum Gebet in die Kapelle ein. Ich gehe zur Pforte und hole mir einen Stempel für den Pilgerpass. Den offiziellen Teil im Kloster La Verne war somit  für mich beendet, der Ort Chiusi La Verna ist noch ein Stück entfernt.  Um ca 4 Uhr erreiche ich die Albergo“Latizia“, man muß Sie kennen.  Ein schönes Zimmer und Abendessen gönne ich mir. Ein ereignissreicher Tag, den ich so schell nicht vergessen werde ging zu Ende

  • Die Klosterkirche
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  • Eine steile Rampe hinauf zum Kloster.
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  • Hoch oben auf dem Fels, das Kloster La Verna
  • Faszinierende Landschaft
  • Die Mönche gehen zum Mittagsgebet
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  • Ein Kirchlein auf dem Weg
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  • Ich sprach vom mystischen, fast unheimlichen Wald, den man durchläuft bevor man das Kloster La Verna erreicht.
  • Der Klostervorhof

https://de.wikipedia.org/wiki/La_Verna

19.10.2017   4’te Etappe,  Chusi della Verna -Pieve Santo Stefano.

Die sehr freundlich Albergobesitzerin Letizia gibt mir noch noch etwas zum Essen mit auf den Weg. Heute keine schweren Aufstiege, ich sehe das Kloster La Verna noch lange in der Ferne.  Was wird der Tag mir heute bringen, irgendeine Überraschung z.B. wieder mehrere dieser gewaltigen Anstiege?  Ich laufe über ein riesiges Hochplato, um mich weidende Kühe. Als das Weideland Gebüsch durchzieht,  wird es für mich schwieriger eine Wegmarkierungen zu finden. Als ich keine Markierungen mehr fand, sprach Jäger an, die im Ansitz saßen. Das geht zum einen mit dem Übersetzungsprogramm von Goggle, zum andern, indem man auf der Karte hinzeigt wo man hin will. Das mit den Jagdgesellen, das war mir wirklich nicht ganz geheuer. Ich hatte immer mal Schüsse gehört, In den News liest man immer mal wieder, von Jagdunfällen in Italien. Angeblich sollen die auf alles schießen, was sich bewegt.  Ich hoffe, nicht versehentlich auf mich. Zum 1’ten laufe ich in die Richtung die man mir gezeigt hat. Ich fand kein Hinweis auf einen Weg und lief zurück und fragte nochmal. War mir fast peinlich. Nochmals erklärten Sie mir, ich verstand nur Bahnhof und lief nochmals versetzt in diese Richtung. Überall war für mich die Welt zu Ende.  Ich hatte die Schnauze gestichen voll. Nochmals zurück zu meinen Jagdgenossen. Dieses mal meinten Sie, ich könne auch einen ganz in der Nähe steil abfallenden Weg hinunterlaufen. Das war dann offenbar auch der richtige Weg. Aber auch hier, plötzlich keine Markierungen mehr. dann muß man halt nach Gefühl entscheiden. Dieses mal hatte ich Glück und fand den richtigen Weg zum Ort Gregnano.

Ziemlich gefrustet lief ich dann auf einer Nebensrecke bis nach Pieve Santo Stefano. Das 1’te Hotel, das ich ansteuerte war voll. Die 2’te Möglichkeit, ein B&B außerhalb, das mußte ich dann nehmen. Der Ort Pieve Santo Stefano, ganz nett, aber keine besonderen Highlights.

  • Natur, der Pilz durchstößt selbst eine Teerdecke
  • Habe den Ort Pieve Santo Stefano erreicht.

20.10.2017  5’te Etappe, Pieve Santo Stefano – Sansepolcro

Das fängt ja schon lustig an, kaum hatte ich meine Alberge verlassen, beim Griff in meine Tasche nach meinem Guide, war dieser nicht mehr da. Ich hatte ihn beim Frühstück liegen lassen. Der Outdoor Guide taugt zwar nichts, aber ganz ohne, das geht auch nicht. Der Weg, zunächst ziehmlich unspektakulär an einer stark befahrenen Straße entlang. In Italien  gibt es neben den Verkehrsstraßen kaum Wege für Fußgänger oder Radfahrer. Das ist zum Teil lebensgefährlich. Ich nutze die nächstbeste Möglichkeit, über eine Nebenstrecke Richtung Stausee Montedoglio zu kommen. An einem markanten Punkt nach einer Stauseebrücke wage ich es wieder auf den im Buch eingegebenen Franciscusweg zu wechseln. Ca 50m weiter eine T-Verzweigung und keine Markierung mehr.  Das darf doch nicht wahr sein.

Ich lief wieder hinunter auf diese Nebenstrecke. Das Risiko wollte ich nicht mehr eingehen. Endlos lief ich auf dieser Straße weiter. Als dann meine Wasservorräte zur Neige gingen, fragte ich in einm Haus nach Wasser und zugleich nach dem Weg. Nach meiner Karte, hätte ich eine riesigen Umweg laufen müssen. Der freundliche Hausbesitzer wies mir einen Weg entlang des Flußes Tiber. Ich schaffte es noch bis Sansepolcro.  Unterwegs hatte ich schon beschlossen, eine 2’tägige Erholungspause einzulegen.

ln der Albergo Fiorentino (Altstadt) habe ich mich einquartiert. Wunderschöne Altstadt

https://www.visittuscany.com/en/ideas/10-things-to-do-in-sansepolcro/

Erholungspause in Sanspolcro 21.10.2017 Besichtigungen, Ausruhen

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  • Kunst im öffentlichen Raum
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  • Markttag
  • Schöne , alte Fresken
  • Sansopolcro

22.10.2017  6’te Etappe, Sansepolcro – Montecasale – Lama

Zum ersten Mal seitdem ich mich in Italien auf dem Franciscusweg befand, hatte es in der Nacht leicht geregnet. Das war kein Problem, im Gegenteil, insbesondere die Schotterwege waren nicht mehr so staubig. Der Weg führte zunächst über Wiesen un Weiden, dann der Übergang in bewaldetes, bergiges Gelände. Der Streckenverlauf ganz angenehm. Allmählich wurde der Anstieg zum Kloster Montecasale immer steiler. Es war Sonntagmorgen, ich hörte die Glocken der Klosterkirche sehr nahe. In Wirklichkeit war ich noch weit, weit entfernt, der Taleinschnitt trug den Glockenklang herunter. Nach einem sehr mühsamen Aufstieg, erreichte ich das Kloster Montecasale gegen 11:00 Uhr. Hier oben in der Abgeschiedenheit sollen noch 3 Franziskanermönche leben. Zum Zeitpunkt meines Eintreffens fand gerade eine hl. Messe statt. Viele Familien aus der Umgebung nahmen an der Messe teil. Das Kloster ist auch über eine Straße erreichbar.

http://www.iluoghidelsilenzio.it/eremo-di-montecasale-sansepolcro-ar/

Nachdem ich meinen Timbre (Stempel) in der Kapelle abgeholt hatte, zog ich weiter. Leider war an diesem Tag Nebel und keine gute Fernsicht. Nach dem Erreichen des höchsten Punktes, ging es wieder endlos über teilweise unwegsames Gelände Richtung Lama. Da mein Guide, ich muß es wieder sagen, teilweise sehr ungenau ist, fragte ich einige Waldarbeiter nach dem richtigen Weg. Bloß nicht wieder falsch zu laufen.

Am Nachmittag erreichte ich Lama, im Hotel Rotoda in Lama war ich untergekommen. Hier traf ich dann auch die ersten deutschen Pilger (Martin & Monika aus Dorsten). Das in diesem Hotel angebotene Abendessen war sehr bescheiden. Egal, man hat auch wenig Auswahl.

 

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  • Sehr bergige, dünn besiedelte Landschaft
  • Inschrift an diesem Haus (Casa Cantoniera), Garibaldi spielte bei der Einigung und modernisierung Italiens eine wichtige Rolle
  • Franziscus als Schutzpatron der Umweltbewegung
  • Die Kapelle beim Kloster MonteCasale
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  • Tabakanbau in diesem Gebiet
  • Ich habe den Ort Lama erreicht.
  • Brutaler Aufstieg zum Kloster MonteCasale

23.10.2017  7’te Etappe, Lama – Bocca Seriola

Der Weg aus Lama heraus und die folgende Wegstrecke war wegen der unpräzisen Wegbeschreibung etwas kompliziert . Teilweise fehlten wieder Markierungen und Wegweiser. Wenn man dann ganz auf sich alleine gestellt ist, wird es schwierig. Gott sei Dank hat man dann immer irgendwelche Fixpunkte an denen man sich orientieren kann. Die Gefahr, daß man sich verläuft ist dennoch sehr groß. Ich liefe über eine Hochebene (Feicita, Pieve delle Rose) , so etwas von einsam. Man kann nur hoffen, daß dort keinem Pilger etwas passiert. Man wäre verloren, jede Hilfe käme zu spät. Am Nachmittag, ich glaubte, der Zielort müßte schon sehr nahe, ging es nochmal einen respektablen Anstieg hoch. Es kam so wie es kommen mußte, ich habe mich wieder einmal verlaufen. Auch mein Handy-GPS half da nichts  mehr, die Wege sind nicht eingezeichnet und darum für das GPS auch nicht vorhanden. Ich war noch weit vom Zielort entfernt, die Zeit drängte, es war schon nach 17:00 Uhr. Zum Glück kam ein Förster mit einem Jeep des Weges. In meiner Not hielt ich ihn an und bat Ihn mich mitzunehmen. Ich hatte Glück, er nahm mich mit und fuhr mich sogar bis zur Albergo. Ich wäre sicher noch 3 h gelaufen. Vielen Dank an Ihn.

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  • Ruine verlassener Bauernhof
  • Fasziendes Panorama, fazinierende Farben
  • Abendessen
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 24.10.2017 8’te Etappe, Bocca Seriola – Pietralunga

Am Abend, was gab es zu essen,  Pene al Forno und Salat, passt immer. Die Nacht war kalt, Steinböden, so schön sie aussehen, aber immer kalt. Also ich habe die Nacht gefrohren und war froh, als es am Morgen wieder losging. Die Wirtin in der Albergo hat mich für den Weg gut versorgt Um kurz nach 8:00 Uhr verlasse ich die Bar und verschwinde im Wald. Das Wetter wunderschön, dort wo der Blick frei war, tolle Fernsicht. Immer wieder das Problem mit der Genauigkeit  meines Guides, ich hoffe immer, daß ich das einigermaßen hinkriege. Leider habe keinen anderen und fragen kann ich auch niemand. Ich hoffte schon das schlimmste hinter mir zu haben. An einem Wegweiser müßte jetzt logischer Weise auch der Ortsname Pietralunga auftauchen, tut er aber nicht. Was nun, ich versuche es mit Goggle GPS- Maps. Ich hatte jetzt wenigstens die richtige Richtung. Schon wieder ein Anstieg. Oben ankommen, konnte ich zum Glück einen Bauern fragen, zugleich brauchte ich auch dringend Wasser. Gott sei Dank, die Stadt Pietralunga war nicht mehr weit entfernt. Ich lief noch etwa  1 h und war in Pietralunga, einer kleinen Provinzstadt angekommen. Das im Guide aufgeführte Hotel Tenca passte. Abends ein wirklich schönes Restaurante „Locanda dei Firucci“ wunderbares Essen und preiswert.
Um den Schlaf braucht man sich in der Regel keine Sorgen machen, man ist meist total platt und ausgelaugt.

http://www.turismo.pietralunga.it/galleria-immagini/

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25.10.2017  9’te Etappe, Pietralunga – Casamorica – Gubbio

Eine ziemliche Hammeretappe stand bevor, lt Guide ca  30 km. Wie fast jeden Tag, so auch an diesem, kaum aus der Türe heraus, schon geht es wieder gnadenlos einen Anstieg hinauf. Irgendwie bemerkte ich, die Markierungen und Wegbeschreibungen waren plötzlich  präzise. Was ist passiert, ich befand mich auf der klassischen Route „Via de Roma“, und außerdem in Umbien. Das war sehr angenehm, wenn man nicht dauert Angst haben mußte, daß man sich verläuft. Und jetzt, an einem langem Anstieg, ich traf zum ersten Mal auf dem Pilgerweg auf andere Pilger. Es waren Martin und Monika, ich hatte Sie schon in der Albergo Bocca Seriola getroffen. Unterwegs wieder Jäger, Sie hatten offenbar ein Wildschwein erlegt. Das Tier schrie, ich hörte es noch lange und das tat mir weh.  Unterwegs viele verlassene Höfe, wahrscheinlich lassen diese extremen Hanglagen keine rentable Bewirtschaftung zu. In Casamorica lief ich auf der Hauptverbindungsstraße nach Gubbio. Da ich Schmerzen im Fußgelenk hatte, entscheiden ich mich, den der Rest der Strecke (Stadtbereich ca 6 km) mit dem Bus zu fahren. In Italien holt man sich die Bustickets in der Bar oder im Tabakläden, das ist ganz praktisch. In Gubbio hatte ich mich bei den Schwester „Instituto Maestro Pie Filippino“ einquartiert. Schönes Zimmer, alles sauber und gut. Am Abend Frohlocken und Hosianna singen. Meine Frage an die Schwestern, ja und wann kriag I mei Manna? Luja sog I!

Gubbio, eine schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten.

https://de.wikivoyage.org/wiki/Gubbio

  • Broncestatue Hl. Franciscus
  • Altstadt Gubbio
  • Röm. Theater
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  • Altstadt
  • 65 Jahre alter Fiat Poppolino
  • Seilbahn Colle Elletto
  • Trüffel Verkauf
  • Gubbio
  • Instituto Maestre Pie Filippine, Übernachtung
  • Gubbio von Oben
  • Altstadt Gubbio

27.10.2017  10’te Etappe, Gubbio – Valfabbrica

Eine sehr lange Etappe (35 km) stand bevor, weßhalb ich die Strecke von Gubbio bis Mangara  (5 km) mit dem Bus zurück legte. Ein wunderschöner Panoramablick, die Temperaturen angenehm. Um die Mittagszeit  war ich in Biscina, eine alte Schlossruine. Wie immer während des gesammten Weges, keine Meschenseele weit und breit. Am Bloganfang hatte  ich moderiert, daß der Franciskusweg vielleich auch ein Geheimtipp für künftige, beliebte Pilgerwege sein könnte. Gegen Ende meines Weges bin ich davon nicht mehr überzeugt. Der Weg dürfte für viele Pilger  einfach zu hart, zu einsam und teilweise auch zu schlecht markiert  sein. Außerdem fehlt auch eine pilgergerechte Infrastruktur und die Verankerung der Pilgerbewegung in der Kultur der Bevölkerung. Auf meinen Pilgerwegen durch Spanien habe ich das eben ganz anders erlebt.

Gegen 16:00 Uhr kam ich in Valfabbrica an. Zwischenzeitlich war ich ca 35 km gelaufen, die Beine waren müde, die Knochen taten weh. Ich suchte mir eine Übernachtungsadresse aus meinem Guide aus, die Albergo Ostello Francesano, ganz  OK. Das Bad etwas schmudelig, dafür kochte die Besitzerin ein wunderbares Gericht am Abend .  Hier traf ich dann auch zum ersten Mal auf 4 ital. Pilger. 

 

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28.10.2017 11’te Etappe, Valvabbrica – Assisi, Finalday

Von gemütlichen Auslaufen keine Rede, gleich mal wieder einen Anstieg hinauf. Zum Glück brauchte man keinen Guide mehr, da der Franziskusweg hier auf der Via de Roma wirklich gut beschildert und markiert ist. Auf einer Anhöhe angekommen, erkenne ich in der Ferne bereits die Burg, sowie das Kloster und die Kirche San Francesco von Assisi. Es ist noch ein weiter Weg bis Assisi. Die Nutzung der Agrarfläche ändert sich gravierend. Man sieht viele Olivenplantagen, aber auch Weinbau. Da die Olivenernte gerade im Gange war, schaue ich Bauern bei der Ernte zu. Um die Mittagszeit war ich im Tal unterhalb von Assisi angekommen. Nun war nur noch der letzte Anstieg von „Ponte Croge“ im Tal, hinauf nach Assisi zubewältigen. Eine schmale Teerstraße, die als Einbahnstraße für den Verkehr genutzt wird, führt in die Stadt hinauf. Um 13:00 Uhr stand ich nun vor der Kirche San Francesco und hatte mein Ziel Assisi erreicht. Natürlich war das auch ein bewegender Moment, allerdings getrübt durch die gewaltigen Menschenmassen. Im Gegensatz zu Santiago de Compostela, kommen hier leider nur wenige Pilger zu Fuß an. Nach einer Besichtigung der Grabstätte des hl. Franciscus, hatte ich um 15:00  Zugang zum Pilgerbüro. Dort erhielt ich, nach Vorlage meines Pilgerpasses, die begehrte Credenciale.

bty

Leicht war dieser Weg nicht, man möge mir die Emotionen verzeihen, ein bischen stolz war ich natürlich auch, nun den Franciscusweg nach Assisi geschafft zu haben. Trotz der großen Strapatzen, ein unbeschreibliches Gefühl des Glücks.

https://umbrien.viva-italia.it/Ausflugsziele/Assisi.php

  • Pilger-Gedenkpunkt
  • Olivenernte
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  • Ankunft in Assisi, Kirche San Francesco
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  • Olivenernte
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  • Olivenplantagen
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  • Nach einem Harten Pilgerweg, die Credenciale in meiner Hand
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  • In der Ferne Assisi
  • Auf dem Weg nach Assisi
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  • Der Innenhof von San Francesco

Ich hatte 1 Wo. lang noch ein umfangreiches Besichtigungsprogramm auf dem Plan. Hier einige Einzelheiten.

Nahe Assisi gelegen, Kirche des ehemaligen Konvents „San Damiano“. Dieser Ort ist eng mit der Biographie des hl. Franciscus und der hl. Klara verbunden.

Rietital (auch das hl. Tal genannt). In Greccio Fortecolompo hat sich Franciscus lange aufgehalten und unter anderm die Regel und grundlegende Strukturen für die wachsende Anzahl der ihm gefolgten Brüder verfasst. Hier befindet sich auch die Franciscusgrotte und die Madonnenkapelle. Das berühmte Tauzeichen wurde auch hier entdeckt.

Besuch der Stadt Perugia, sehr schöne, mittelalterliche Stadt. Sehenswürdigkeiten Z. B. der Dom, Palast der Prioren, National Galleria. Wunderschöne Fresken, Malereien von Perucino, Rafael, Piero della  Traneesca u.a.

https://www.umbriatourism.it/de/-/perugia?rc=29101&cc=&i=2&p=/i-comuni-dell-umbria&t=I%20Comuni%20dell%27Umbria

Besuch des Ortes Montefalco, wird auch der Balkon Umbriens genannt. Sehr schöne Kleinstadt mit der Kirche San Francesco, Fresken von Benzzo Gozzoli, sie erzählen das Leben von Franciscus.

Abschluß, die berühmte mittelalterliche Kleinstadt Spello

sehr bekannt, die Kirche Santa Maria Maggiore mit Fresken wunderschönen Fresken von  Pinturicchio.

Spello ist außerdem auch bekannt für sein ausgezeichnetes Olivenöl. Der Besuch einer Ölmühle rundete das Besuchsprogramm ab.